Samstag, 27. Dezember 2014

Das war´s - oder doch noch nicht? Mein 3-Jahres-Plan...

Wohin führt mein Weg 2015?
2014 geht dem Ende entgegen und auch ich überlege: War es ein gutes Jahr?

Ja, weil es mit einem neuen Arbeitsplatz startete. Und gleichzeitig nein, weil mein jetziger Arbeitsplatz, mein jetziges Projekt in einem halben Jahr zu Ende sein wird.

In den Zwanzigern und in den ersten Dreißigern finden die meisten Menschen es spannend, oft neue Projekte zu beginnen. Doch irgendwann will man ankommen und sich was aufbauen und Zukunft planen.

Aber viele Branchen wie Bildung, Forschung, Lehre, Pflege, Kunst, Kultur, Soziale Arbeit (Liste ist erweiterbar) beschäftigen Menschen über Jahre und manchmal auch über Jahrzehnte in befristeten (Teilzeit)Arbeitsverträgen.

Ein solcher Arbeitsmarkt ist schwer auszuhalten. Für alle. Aber besonders schwer, wenn zusätzliche Vermittlungshemmnisse, wie eine Behinderung oder chronische Erkrankung, die Fortführung der befristeten Arbeitsverhältnisse erschweren.

Und wenn behinderte Menschen sich auf  dem Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz sichern können, dann habe ich mir angewöhnt zu fragen: "Ist das ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz? Kannst du/ Können Sie davon leben?"

Im Dezember war ich von der Aktion Mensch zum Zukunftskongress INKLUSION2025 eingeladen und habe dort über die Situation behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt gesprochen.

Im Teilhabebericht der Bundesregierung aus dem Jahre 2013 findet man dazu folgende Fakten:

"Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten im Schnitt häufiger in Teilzeit und erhalten geringere Stundenlöhne als Erwerbstätige ohne Beeinträchtigungen. 

Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten häufiger als Menschen ohne Beeinträchtigungen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus.

Menschen mit Beeinträchtigungen sind tendenziell häufiger und auch länger von Arbeitslosigkeit betroffen (25,9 Monate) als Nicht-Beeinträchtigte (15,3 Monate).

Haushalte, in denen Menschen mit Beeinträchtigungen leben, verfügen im Durchschnitt über ein geringeres Haushaltseinkommen, niedrigere Renten oder über geringere Vermögensrücklagen. Sie sind häufiger auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen."  

Wenn man dann noch weiß, dass die Hälfte aller Frauen mit Behinderung weniger als 32 Stunden in der Woche arbeiten und ab dem 49. Lebensjahr im Durchschnitt in den letzten 5 Jahren 2,5 Jahre arbeitslos waren, dann wird auch klar: Petitionen wie das "Recht auf Sparen" sind - so richtig sie auch sein mögen - für die meisten behinderten Menschen ein Luxus-Problem. Genauer gesagt: ein junges, männliches.

Ja, und weil bei mir auch schon die Vier vor dem Geburtstag steht, habe ich mich dieses Jahr schon das eine oder andere Mal gefragt: Wie lange will ich mir diesen - kaputten - Arbeitsmarkt noch antun? Sollte ich mich berenten lassen und nur noch ehrenamtlich arbeiten?

Obwohl die Situation schwierig ist, tendiere ich zu: Nein.

Dieser Arbeitsmarkt braucht dringend  Reformen, um auch nur annähernd inklusiv, gleichberechtigt und teilhabeorientiert zu werden. Unser Pflegesystem und unser Strafrecht auch.

Also ist mein (vermessener oder auch mutiger - das ist eine Frage der Perspektive) Plan für die kommenden 3 Jahre:

  • auf dem Arbeitsmarkt sozialversicherungspflichtig bleiben, 
  • politisch aktiver werden und 
  • 2017 (das ist wirklich noch ein Traum) sollte dann auf dieser Webseite mein Name stehen.
Jetzt sollte ich mich nur noch fragen: Wer möchte mich dabei unterstützen?

Ihnen und uns allen wünsche ich einen guten Plan, einen guten Weg und gute Unterstützer im neuen Jahr!

P.S. Einer davon ist jetzt schon Johannes Mairhofer, der mich für seine Reihe "Kein Widerspruch" porträtiert hat. ;)




Sonntag, 12. Oktober 2014

Bevor es zu spät ist.

Eigentlich wollte ich heute einen Beitrag zu den Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn für Menschen mit Behinderungen schreiben, aber das verschiebe ich jetzt doch auf meinen nächsten Post.

Am Freitag hat sich der ehemalige Intendant des MDR, Dr. Udo Reiter, das Leben genommen. Dr. Udo Reiter saß seit seinem 23. Lebensjahr nach den Folgen eines Unfalls im Rollstuhl. (Nebenbei bemerkt, liebe Welt und lieber Focus, er war zu keinem Zeitpunkt an seinen Rollstuhl gefesselt...)

Erinnern Sie sich noch an die Brandkatastrophe in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Baden-Württemberg 2012?

Als Reaktion darauf gab es vermehrte Forderungen nach Brandschutz in solchen Einrichtungen. Ich hatte damals andere Schlussfolgerungen gezogen:
"Bei aller Trauer und allem Gedenken an die Opfer und deren Angehörige ist mir ein Gedanke wichtig: Natürlich ist es nahezu unmöglich, 120 Menschen mit Behinderung gleichzeitig zu retten. 
Für uns sollte die Katastrophe Anlass sein, für mehr Inklusion im Erwerbsleben, auf dem Arbeitsmarkt einzutreten. Denn in einem personell gemischten Team ist es viel leichter, einige Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten zu evakuieren als 120 auf einmal.
Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie uns nicht nach höheren Brandschutzauflagen für die WfbM als einzige Lösung rufen, sondern erteilen wir der Exklusion eine Absage, jede und jeder in seinem Arbeitsbereich! Auch aus Brandschutzgründen."
Wenn nun in diesen Tagen über den Suizid eines beruflich erfolgreichen Rollstuhlfahrers berichtet wird, dann endet das meistens in einer Debatte über das Für und Wider und Wie von Sterbehilfe.

Ich finde, dieser Suizid sollte (auch) eine Debatte über Pflege und würdiges Altern auslösen.

Darüber,

* warum mehr über das Vorhandensein von Geld und Pflegekräften gesprochen wird als über die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen,
* warum sich die (meisten) pflegerischen Tätigkeiten innerhalb der Wohnung abspielen und sich im Wesentlichen um "satt und sauber" drehen
* warum die familiäre Pflege immer noch weniger wert ist als die durch Pflegedienste
* warum es immer noch keine grundlegende Neuausrichtung für den Bau von ausschließlich altersgerechten und wohnortnahen, kleinteiligen (Pflege)Wohnformen gibt
* warum in der Pflegeversicherung Worte und Konzepte wie "Persönliche Unterstützung", "Assistenz", "Teilhabe" oder "Partizipation" gar nicht vorkommen und
* warum 2014 der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte es für zumutbar und menschenwürdig hält, dass eine ältere Frau nachts Inkontinenzvorlagen tragen soll, obwohl gar keine Inkontinenz vorliegt.

Für diese Fragen brauchen wir neue Antworten.

Damit wir alle Lebensjahre mit Leben, Würde und Teilhabe füllen.

Bevor es zu spät ist.






Freitag, 3. Oktober 2014

Denk-mal barrierefrei - von Anfang an!

Wir hatten Spaß...
So, nun hab ich schon lange nichts mehr gebloggt.

Heute fange ich mal wieder an - auch deshalb, weil meine Bloggerkollegin Angelika Mincke aus Schleswig-Holstein, die ich am 5. Mai persönlich kennengelernt habe, meinen Blog weiterempfohlen hat.

Manchmal höre ich im Zusammenhang mit Barrierefreiheit Sätze wie: "Barrierefreiheit ist mehr als nur ein Lift oder eine Rampe." Und manchmal denke ich: "Wenn es doch wenigstens mit dieser Art von Barrierefreiheit funktionieren würde...".

Heute, am Tag der Deutschen Einheit, habe ich einen Entwurf gesehen zu einem geplanten Denkmal zur Deutschen Einheit:

Modell vom Denkmal zur Deutschen Einheit
Mal abgesehen davon, dass es ein bisschen an eine Landebahn erinnert (und ich hier nichts über Flughäfen schreiben werde ;) - ich sehe Treppen und Stufen und davon viele.

War an der Planung eines gesamtdeutschen Denkmals auch ein Architekt oder Stadtplaner mit Behinderung beteiligt? Wahrscheinlich nicht. Und da genau liegt der Fehler: wenn Barrierefreiheit nicht von Anfang an mitgedacht wird, von jemandem, der es quasi automatisch tut, dann wird es immer wieder solche der Öffentlichkeit zugänglichen Orte geben, die eben nicht für alle zugänglich sind.

Neulich bin ich auf einen Artikel der sächsischen Fachplaner für barrierefreies Bauen gestoßen und darin hieß es: "Wer neu barrierefrei baut, muss mit etwa 4 bis 8 Prozent Mehrkosten rechnen." Wenn es jemanden gibt, der von Anfang an dran denkt - würde ich noch dazu sagen.

Was gibt es noch Interessantes? Die Aktion Mensch hat mich als Referentin für den Zukunftskongress Inklusion2025 angefragt. Ich werde ein Themenpanel zur Zukunft inklusiver Arbeit übernehmen. Freue mich drauf!

Angelika Mincke hat mich auch schon mal zum Thema Arbeitsmarkt interviewt:




Also, wenn ihr oder Sie mir dazu noch einen wichtigen Punkt mit auf den Weg geben wollen, der auf dem Zukunftkongress unbedingt angesprochen werden sollte, dann bitte gern hier in den Kommentaren bzw. über das Kontaktformular. Vielen Dank!

Und morgen? Morgen fahre ich zum Klassentreffen - 25 Jahre Abitur - nach 12 Jahren...

Sie wissen ja, was die Hildebrandt, ich meine Brandenburgs frühere Sozialministerin Regine Hildebrandt, über das 13-Jahre-Abitur im "Westen" gesagt hat? "12 Jahre Schule und een Jahr Schauspielunterricht!" ;-)

Sonntag, 17. August 2014

Symbole und Worte

Heute hat mir eine Bekannte einen Link zu einem Blogtext in "Stufenlos" geschickt. "Stufenlos" ist ein Blog in der "Zeit", in dem Christiane Link zu Barrierefreiheit und Inklusion bloggt. Lesenswert!

In dem Blogtext geht es darum, dass der Staat New York ein neues Piktogramm für Menschen im Rollstuhl herausgegeben hat:

Ein dynamischeres, aktiveres Symbol für Menschen mit Behinderung. Gut so.

Klar, ein Piktogramm ist nur ein Bild, aber sie prägen unser Denken über Menschen mit Behinderung. Und weil ich grad im Internet unterwegs war, warf ich mal einen Blick nach Schweden. Nach Schweden deshalb, weil es z. B. schon seit 20 Jahren ein einkommensunabhängiges Assistenzgesetz hat, das auch Menschen mit hohem Assistenzbedarf ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen 4 Wänden zusichert.

In Schweden sieht die Website, auf der es um die Politik und Rechte behinderter Menschen geht, so aus:


Ein aktiver, kajakfahrender Rollstuhlfahrer und es geht um Kraft, Einfluss, Demokratie und Menschenrechte.

Die deutsche Seite, auf der es um die Politik und Rechte behinderter Menschen geht, sieht so aus:


Ein Kind/ junges Mädchen mit Down-Syndrom, das sich an ihren Vater/Großvater/Betreuer? schmiegt. Im Text heißt es:
"Menschen mit Behinderungen wollen genauso leben wie nichtbehinderte Menschen auch. Sie möchten mobil sein und ihren Alltag ohne fremde Hilfe meistern können. Und sie haben ein Recht darauf. Denn niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden - so steht es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland."

Wenn Sie den Terminus "Menschen mit Behinderungen" mal durch eine andere Bevölkerungsgruppe wie Frauen oder Senioren ersetzen - wie klänge das für Sie? Oder wie sähe eine Website aus, in der es um Politik für eine bestimmte Zielgruppe geht, mit einem Foto wie diesem?

Also für mich nicht nach Menschenrechten, die jedem Menschen gleichberechtigt zustehen.

Also ist mein Vorschlag für meine Leserinnen und Leser:

Suchen Sie doch mal in der kommenden Woche nach guten Symbolen und Worten für Stärke, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Menschenrechte!

Sonntag, 3. August 2014

Neues Kapitel

zerschnittener Mitgliedsausweis
Ein Kapitel geht zu Ende.

Ich werde keine schmutzige Wäsche waschen und auch keine Diskussionen führen.

Vor allem will ich danken – allen, die mich auf dem politischen Parkett unterstützt und gefördert haben und natürlich für die Chance einer Bundestagskandidatur! Wer weiß, wann ich noch mal die Chance haben werde, mit Eva Högl, Renate Kynast und Gregor Gysi über die Teilhabe (ich würde es eher Partizipation nennen) behinderter Menschen zu diskutieren. Dabei war die Zusammenarbeit mit den vier der ersten fünf der Berliner Landesliste immer konstruktiv und unterstützend – danke euch!

Und ich danke allen Piratinnen und Piraten, mit denen ich konstruktiv, streitbar, praktisch, inklusiv und unterstützend zusammen arbeiten durfte: in Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern (ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen…). Ich freue mich außerdem, die erste Inklusionsbeauftragte der Piratenpartei Deutschland, aber auch Beirätin der Piratenfraktion Berlin-Mitte gewesen zu sein.

Für mich waren und sind echte, gewollte Inklusion und die Rechte behinderter Menschen (nicht nur deren Belange) wichtige Anliegen – egal, ob mit oder ohne Mitgliedsausweis. Ich will und werde mich weiterhin ganz praktisch und auch politisch mit diesen Themen beschäftigen und im besten inklusiven Sinne parteienübergreifend.

In keiner Partei sind die Rechte behinderter Menschen, echte Inklusion und Barrierefreiheit Kernthemen (egal, wieviel „sozial“ sie im Namen hat). Deshalb ist es umso wichtiger, dass Menschen mit und ohne Behinderung, die diese Themen kompetent und authentisch vertreten, in allen Parlamenten und Verwaltungen vertreten sind. (In Stadtplanungsbüros, Verkehrsunternehmen, Schulen, Kindergärten, Berufsschulen, Universitäten, in Bürogebäuden, Arbeitsstätten, Beratungsstellen, in kulturellen oder medizinischen Einrichtungen und Medienunternehmen übrigens auch.)

Deshalb werde ich jetzt ganz in Ruhe entscheiden, an welcher Stelle und mit welchen Menschen zusammen ich mich einbringen werde – ganz nach dem Motto eines anderen Rollstuhlfahrers:

Im Leben gibt es etwas Schlimmeres als keinen Erfolg zu haben: Das ist, nichts unternommen zu haben.“
Franklin D. Roosevelt 

Montag, 21. Juli 2014

Wie wird man/frau/mensch (Landes)behindertenbeauftragte/r?

Ich beginne mit einer Begegnung vom 05. Mai 2014, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen.

Dort traf ich eine gute Bekannte, auch Rollstuhlfahrerin, aus Potsdam in Begleitung eines jungen Mannes, der ihr was reichte und sich dann abmeldete. Bestimmt ein Assistent, dachte ich, aber weit gefehlt...

Der junge Mann ist 29 Jahre, nicht behindert und zum ersten Mal in Potsdam und jetzt Behindertenbeauftragter der Stadt Potsdam. Hier schließen sich meine ersten Fragen an:

  • Wie werden solche Stellenausschreibungen gestreut, dass sie wirklich auch von qualifizierten, behinderten Menschen wahrgenommen werden? Obwohl ich wirklich einige Mailinglisten lese, hat mich diese Stellenausschreibung nicht erreicht.
  • Und: Sind diese Stellenausschreibungen auch screenreadertauglich, sodass sie auch blinde Menschen lesen können?
Nach Berlin: hier endet am 20. Februar 2015 die Amtszeit des derzeitigen Landesbehindertenbeauftragten.

Entsprechend des Landesgleichberechtigungsgesetzes Berlin, § 5, beruft der Senat von Berlin im Einvernehmen mit dem Landesbeirat für Menschen mit Behinderung den oder die Landesbehindertenbeauftragte/n.

Im Landesbeirat sind 15 stimmberechtigte Mitglieder verschiedener Träger der Selbsthilfe, Selbstvertretung und Behindertenhilfe.

So weit, so gut.

Ich bin inzwischen von mehreren Menschen, die behindertenpolitisch unterwegs sind, gefragt worden, ob ich mir die Arbeit als Landesbehindertenbeauftragte zutrauen würde  - ich hab ne Weile drüber nachgedacht: Ja, ich kann mir das vorstellen und gerne auch als Teilzeitstelle im Tandem mit einem Kollegen bzw. einer Kollegin. Das würde übrigens auch ein Zeichen setzen, dass auch Menschen mit verminderter Leistungsfähigkeit eine solche Stelle ausüben können. Wie auch immer die Entscheidung ausfallen würde, zumindest wäre ich bereit, meine Bewerbung in den Ring zu werfen.

Doch genau dieses Bewerbungsverfahren gibt es nicht. Wie man dem Kurzprotokoll über die Beiratssitzung vom 07. Mai 2014 entnehmen kann, hat sich der Beirat bereits für eine zweite Amtszeit des derzeitigen 65-jährigen Beauftragten mit 30-jähriger Verwaltungserfahrung ausgesprochen.

Und hier gehen meine Fragen weiter:
  • Repräsentieren die Mitglieder des Beirats tatsächlich möglichst viele Menschen mit Behinderung in Berlin? Meine Beobachtung gerade bei jüngeren Menschen mit Behinderung ist, dass sie entweder eigene Vereine oder Projekte gründen, eher projektweise zusammenarbeiten und sich insofern von den großen, traditionellen Trägern unterscheiden.
  • Fühle ich mich als Frau mit Behinderung in der Arbeit des derzeitigen Landesbehindertenbeauftragten repräsentiert? Eher nicht. Im letzten Tätigkeits- und Verstößebericht über den Zeitraum 2011-2013 ging es um Kneeling und Tourismus. In dem für den Zeitraum 2009-2011 um das Jakob-Grimm-Zentrum und um inklusive Schule.
  • Wäre es nicht der wichtigsten behindertenpolitischen Funktion im Land Berlin angemessen, eine breite, transparente Debatte über Themen, Inhalte, künftige Schwerpunkte und mögliche Kompetenzen unterschiedlicher Bewerberinnen und Bewerber ins Leben zu rufen? Und Themen anzusprechen wie: Gewaltprävention für Frauen mit Behinderungen und Menschen in Einrichtungen, barrierefreies Gesundheitswesen, barrierefreie Prävention, die Anliegen von Eltern erwachsener behinderter Kinder, Persönliche Budgets, Budgets für Arbeit, Verwendung der Ausgleichsabgabe, Vergabekriterien des Inklusionspreises für Unternehmen, Jugendarbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Existenzgründung, Auswirkungen des Wegfalls des Vermittlungsauftrags der Integrationsfachdienste, Barrierefreiheit von Informationen und Dokumenten?
  • Wenn die Berufung durch den Berliner Senat erfolgt, welchen Einfluss haben dann die behindertenpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen im Senat und die aller Fraktionen im Abgeordnetenhaus auf die Entscheidung?
Ich hoffe, dass diese Fragen den einen oder die andere dazu anregen, die neue Beauftragung nicht nur durchzuwinken, sondern die Chance zur Debatte über dieses wichtige Amt und seine Inhalte zu nutzen.

Sonntag, 20. Juli 2014

Inklusion - nur im Original!

Neulich unterhielt ich mich mit meinem Kollegen über das, was Menschen am Ende ihres Lebens wahrscheinlich am meisten bereuen.

"Zuviel gearbeitet zu haben", meinte er.
Und kurz darauf: "Du wirst das nicht sagen."
"?!"
"Für dich ist das hier keine Arbeit, stimmt´s? Du würdest das hier sowieso machen."
Ich war verblüfft, weil... er das absolut richtig eingeschätzt hat.

Ja, meine Arbeit ist für mich keine Arbeit, kein Job. Ich bin tatsächlich im Moment in der besonderen Lage, dass mein Arbeitsfeld - Inklusion im Stadtteil - mich auch als privater und politischer Mensch beschäftigt und eine Herzensangelegenheit ist. (Ich weiß übrigens auch, wem ich diese Arbeit zu verdanken habe.) :-)

Und ich werd mein Bestes tun, dass es nach diesem Arbeitsvertrag in die Verlängerung geht...

Schließlich hat mich in den vergangenen Wochen meine ehemalige Hochschule gefragt, ob ich im Wintersemester 2014/2015 einen Lehrauftrag annehmen könnte.

Schon witzig, an meine ehemalige Schule war ich ja bereits mit einem Projekt zur Berufswegeplanung zurückgekehrt und nun an meine Hochschule (an eine von ihnen, um genau zu sein). Ich freue mich sehr und habe in der vergangenen Woche bereits einige der Studierenden und den Dozenten in einem Seminar kennengelernt.

Ich glaube, das wird eine gute Zusammenarbeit! Besonders gefallen hat mir diese Aussage des Dozenten: "Ich möchte, dass die Studierenden nicht alles als Inklusion hinnehmen, was als Inklusion verkauft wird."

Das war doch mein Satz, dachte ich...?! "Nicht überall, wo Inklusion drauf steht, ist auch Inklusion drin."

Beispiele dafür gibt es immer wieder: das jüngste ist der Inklusionspreis in Baden-Württemberg, der im Bereich Wohnen an die SKID Sozialkulturellen Integrationsdienste gGmbH gegangen ist. Ein Träger, der unterschiedliche Wohnformen behinderter Menschen sozialpädagogisch begleitet. Was daran preiswürdig inklusiv ist, ist für mich nicht wirklich erkennbar.

So ähnlich muss es der Geschäftsführerin des Stuttgarter Zentrums selbstbestimmt leben e. V. und der Vertreterin der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg Gemeinsam leben - gemeinsam lernen e. V auch gegangen sein, die beide die Jury inzwischen verlassen haben, weil ihrer Meinung nach "die Projekte dem Anspruch des Inklusionspreises nicht gerecht werden".


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Ihnen im Alltag möglichst viele Originale begegnen! Und einen Sonntag, der seinem Namen gerecht wird.


Sonntag, 15. Juni 2014

"Ein Fahrstuhl sorgt für Gentrifizierung." Barrierefreiheit im Aktiven Zentrum Turmstraße

Mein heutiger Post beginnt mit den Absätzen 4) und 5) des § 51 der Bauordnung Berlin:


 (4) Sollen rechtmäßig bestehende bauliche Anlagen nach Absatz 2 in ihrer Nutzung oder wesentlich baulich geändert werden, gelten die in Absatz 2 genannten Anforderungen entsprechend; bei einer wesentlichen baulichen Änderung bleiben im Übrigen die in § 85 Abs. 3 aufgestellten Voraussetzungen unberührt.


  (5) Von den Absätzen 1 bis 4 dürfen Abweichungen gemäß § 68 Abs. 1 nur zugelassen werden, soweit die Anforderungen 1.wegen schwieriger Geländeverhältnisse,2.wegen des Einbaus eines sonst nicht erforderlichen Aufzugs oder3. wegen ungünstiger vorhandener Bebauung nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können.

Das sind also die Gründe, aus denen von der oft zitierten "selbstverständlichen Barrierefreiheit" abgewichen werden kann:
  • wenn die bauliche Veränderung nicht wesentlich ist
  • bei schwierigen Geländeverhältnissen
  • falls der Aufzug sonst nicht erforderlich wäre (?!)
  • bei ungünstiger vorhandener Bebauung und
  • unverhältnismäßigem Mehraufwand.
In dieser Woche fand nun eine Begehung der Arminiusmarkthalle in Berlin-Moabit mit anschließender Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bürgerdienste statt. Ausgangspunkt war ein Antrag des Beirats von und für Menschen mit Behinderung für mehr Barrierefreiheit in der Markthalle, in der auch kulturelle Events stattfinden. Es fehlen rollstuhlgerechte Toiletten, automatische Türöffner und kontrastreiche Beschilderung.

Außerdem führte die Begehung noch durch die Geschäftsstraßen des Aktiven Zentrums Turmstraße und den Kleinen Tiergarten.

In der anschließenden Ausschusssitzung waren dann auch der Inhaber der Markthalle, ein Vertreter des Geschäftsstraßenmanagements sowie des Koordinationsbüros für Stadtentwicklung zugegen. Apropos Bürgerbeteiligung: Ja, es waren auch Menschen mit Behinderung eingeladen und sie hatten auch Rederecht, aber:
 Ich erfuhr am Pfingstmontag, dass am Dienstag darauf nun tatsächlich die Begehung stattfinden sollte - für Menschen, die auf Assistenz und/oder Barrierefreiheit angewiesen sind, eindeutig zu knapp, weil viele Mobilitätsdienste an Feiertagen nicht erreichbar sind und mindestens einen Tag Vorlauf brauchen. Und auch deshalb, weil immer was dazwischen kommen kann:

Doch nun zur Begehung und Sitzung: Schon lange hab ich nicht mehr so viel fehlende Bereitschaft und fadenscheinige Argumente gehört: zu teuer, zu wenig Platz, Denkmalschutz, "danach hat noch nie einer gefragt", "manche können auch aufstehen und zur Toilette gehen".

Und schon lange auch nicht mehr so viel Unkenntnis über baurechtliche Vorgaben.

Bsp.?

"Im Kerngebiet sind ca. 45% aller Geschäfte barrierefrei zugänglich, in den Nebenstraßen 13%."
"Wie definieren Sie barrierefrei?"
"Der Höhenunterschied am Eingang des Geschäfts ist nicht mehr als 5 cm hoch."
"Wie kommen Sie auf die 5 cm?" (Beim abgesenkten Bürgersteig sind bespielsweise zwei Zentimeter als Höhenunterschied gestattet.)
"Ich hab einen E-Rollstuhl-Fahrer gefragt."

Und auch dieser "Zusammenhang" im altersgerechten Wohnungsbau war mir neu:

"Der An- oder Einbau eines Fahrstuhls trägt zur Gentrifizierung, d. h. Abwanderung einkommensschwacherer Bevölkerung, bei."
"Und deshalb bauen sie ihn nicht?"
"So ist es."

Auf dem Rückweg an einer Ladentür entdeckt: 10 Standards für Barrierefreiheit
Ein gutes Ergebnis hatte die Sitzung aber doch: Das Koordinationsbüro für Stadtentwicklung wird die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung an möglichen Umbaukosten der Arminiusmarkthalle prüfen.

Meine Prognose: Solange es keine verbindlichen rechtlichen Regelungen für Barrierefreiheit im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention auch im privaten Bereich gibt, solange es auch keine nachhaltigen, durchgehenden Konzepte zur Finanzierung von Umbauten unter Beteiligung möglichst vieler Träger gibt und - für mich das Wichtigste - so lange Bereitschaft und Wissen so wenig vorhanden sind, habe ich wenig Hoffnung, dass die Arminiusmarkthalle in den nächsten 20 Jahren wenigstens über eine rollstuhlgerechte Toilette verfügt.

So lange gilt der derzeit gültige Vertrag.

Meine Geduld nicht.


Freitag, 13. Juni 2014

Danke. Für gar kein "Rentengeschenk".

Heute hat der Bundesrat die Rentenreform, die oft als "Rentengeschenk"bezeichnet wird, verabschiedet.

Der Artikel in der Presse ist hier.

Doch es ist nicht für alle ein Geschenk.

Unter der Überschrift "Das ändert sich für Schwerbehinderte" findet man das:

"Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich."

Liebe Rentenpolitiker und -politikerinnen, in vielen Fällen führt eine Schwerbehinderung eben auch dazu, dass man aus gesundheitlichen Gründen eben nicht so lange arbeiten kann wie viele andere. Eine Anhebung des Rentenalters für Schwerbehinderte auf 65 Jahre ist - meiner Meinung nach - realitätsfern und ein Schritt in die falsche Richtung.

Und das findet man unter der Überschrift "Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten":

"Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Prozent Abschlag einstellen. Er kann als Erwerbsgeminderter zudem mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Diese Regelung gilt bis 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich."

10,8% Abschläge sind für viele Rentner, die erwerbsgemindert sind bzw.waren, eine hohe Summe, die im Alter dann fehlt.

Aber noch weniger nachvollziehbar ist der letzte Satz. Menschen, die gesundheitlich beeinträchtigt sind, können ab 2023 erst nach 40(!) Jahren abschlagsfrei in Rente gehen.

Ich empfehle mal einen Blick in den letzten Teilhabebericht der Bundesregierung: 



  • Frauen mit Behinderung über 60 haben eine Erwerbstätigenquote von 29% ( bei Männern liegt sie etwas höher).
  • Jede zweite Frau mit Behinderung arbeitet weniger als 32 Stunden in der Woche. 
  • Die Dauer der Arbeitslosigkeit beträgt bei Schwerbehinderten im Durchschnitt 26 Monate. 
  • Und auch: Menschen mit Behinderungen arbeiten überdurchscnittlich häufig in geringer bezahlteren Tätigkeiten. Das betrifft insbesondere behinderte Menschen mit Hochschulabschluss.
Und diesen Menschen, die im Durchschnitt ohnehin schon weniger zur Verfügung haben als andere, diesen Menschen bürdet ihr dann noch Abschläge auf, wenn sie es aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht schaffen, ab 2023 auf 40 Beitragsjahre zu kommen?

Danke. Für gar nichts.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Übers Wiedersehen und Heimkommen

Liebe Leserinnen und Leser,

im Moment gäbe es eine ganze Menge zu berichten, weil es beruflich und ehrenamtlich ganz gut läuft:


  • Ich sitze zum Beispiel in der Beratung aller Ausschüsse der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg zur Zukunft der Behindertenpolitik im Bezirk und dann spricht mich ein junger Mann an: "Meine Mutter ist die Sabine Weigelt. Ich soll Sie schön grüßen!" Ich hatte mich während der Debatte um dieses Papier zu Wort gemeldet zu einigen der vielen Ungereimtheiten, die entstehen, wenn Statistiker und Praktikanten Daten über die "Behindertenpolitik" des Bezirks erheben:
  • Nur ein Beispiel: Zur Erhebung der Daten wurde ein langer und komplizierter schriftlicher Fragebogen entwickelt, mehr nicht. D. h. ich schließe Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen, deren Muttersprache die Deutsche Gebärdensprache oder auch eine andere Sprache ist und auch blinde Menschen aus. Der Fragebogen wurde nach anfänglicher Kritik etwas vereinfacht, mehr als die Schwarzschrift-Version in deutscher Sprache wurde dennoch nicht angeboten. Das mindert die Aussagekraft der Befragung erheblich. 
  • Zurück zu dem jungen Mann: Seine Mutter ist die Geschäftsführerin des Jenaer Zentrums für selbstbestimmtes Leben, wir haben im letzten Jahrzehnt gemeinsam daran gearbeitet, die Automatismen im Übergang Schule - Berufsausbildung für Schulabgänger und -abgängerinnen mit Behinderung aufzubrechen. Während meines Wortbeitrags, indem es viel um gleichberechtigte Teilhabe ging, fragte er seine Mutter per Mail, ob sie eine Ulrike Pohl (mehr als meinen Namen hatte er ja nicht) kennen würde, und seine Mutter muss geantwortet haben: "Klar, kenne ich die. Grüß sie mal schön!" So klein ist die Welt...
  • Ich habe vor Studierenden meiner ehemaligen Hochschule einen Gastvortrag über sozialraumorientierte Inklusion gehalten. Und das war ein bisschen wie heimkommen: in den 90ern habe ich dort studiert und da war an Barrierefreiheit noch gar nicht zu denken. 4 Professoren hatten zu meinem Gastvortrag Interesse angemeldet, es scheint also ein wirklich aktuelles Thema zu sein und jetzt ist ein Lehrauftrag im Gespräch...Darüber würde ich mich sehr freuen!
Mit diesen guten Nachrichten übers Wiedersehen und Heimkommen grüße ich herzlich und wünsche ein gutes Wochenende!

Dienstag, 6. Mai 2014

Von WM-Eröffnungen, die falsche Signale setzen

Animation, Gehen mit Exoskelett
Dazu muss ich mich jetzt doch mal äußern:

Die Fußball-WM, die im Juni beginnt, soll ein gelähmter Jugendlicher eröffnen, der mittels Technik nun laufen kann und so den ersten Ball des Turniers anstoßen wird, berichtete gestern der Spiegel.

Mich ärgert 1. diese Vereinfachung in der Berichterstattung: behindert = gelähmt. Es gibt auch andere Behinderungen, die eine Rollstuhlnutzung erforderlich machen.

Mich ärgert es auch, weil keine Lähmung wie die andere ist - angeboren, durch Unfall erworben, schon länger zurückliegend, frisch verunfallt, durch Tumore, durch Druck, komplett, inkomplett, es macht einen Unterschied, welche Organe wie lange davon schon betroffen sind, ob die Lähmung spastisch, schlaff usw. ist.

D.h. wenn es dieses Forschungsprojekt (derlei Projekte gibt es seit mindestens 35 Jahren) zu einem Ergebnis bringen sollte, dann müsste detailliert beschrieben werden, für genau welche Form von Rückenmarksverletzung diese Erfindung passen könnte. Dafür ist ein Fußballstadion die falsche Kulisse.

Und dass diese Meldung ausgerechnet am 5. Mai veröffentlicht wird, finde ich kontraproduktiv. Denn, selbst, wenn es keine Querschnittgelähmten mehr geben sollte, werden wir alle älter und sind dann auf eine barrierefreie Umgebung angewiesen.

Für die waren gestern Tausende überall in Deutschland auf der Straße.

Sonntag, 27. April 2014

Rechenbeispiel - so würde ich Inklusion am Arbeitsmarkt finanzieren

Berlin und seine größten Arbeitgeber
Heute hat die Berliner Morgenpost die 200 größten Arbeitgeber Berlins und des Umlands veröffentlicht.

Interessant. Die Berliner Werkstätten für Behinderte (wann wird eigentlich der Name mal geändert?) gehören auf Platz 56 zu den größten Arbeitgebern Berlins. Über 1.900 Arbeitsplätze. Für nichtbehinderte Arbeitnehmer. Die Werkstattbeschäftigten zählen ja nicht als Arbeitnehmer. Wenn man dann noch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des EJF, der Lebenshilfe, der Paul-Gerhardt-Diakonie, des Johannesstifts und des Unionhilfswerks (allesamt unter den Top 200 der Berliner Arbeitgeber), die sich mit Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben befassen, dazu zählt, kommt man bestimmt auf einen Fachkräfte-Pool von 5.000 Menschen.

Nur mal so ein Gedankenspiel: wenn man diese 5.000 Fachkräfte ambulant einsetzen würde - als Einzelfallhelfer, Arbeitsassistenten, Jobcoaches, als Mitarbeiter von Integrationsfachdiensten, Mitarbeiter im Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen, Experten für Unterstützte Beschäftigung, Experten für Unterstützte Kommunikation, als Inklusionsberater oder Berater für Barrierefreiheit für Betriebe, als Schulhelfer und Sonderpädagogen in Berufsschulen, als Experten für theoriereduzierte Ausbildungen in der IHK - dann könnte für viele behinderte Menschen existenzsichernde Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden. 


Inklusiv und ohne zusätzliche Personalkosten, denn die werden ja jetzt schon gezahlt.

Freitag, 25. April 2014

Ich mag keine Inklusionspreise. Von Vitalisierungen und Volkswagen

In dieser Woche erfuhr ich von einem jungen Mann im Rollstuhl, der bei Audi ein Praktikum angefangen hat. Audi gehört zur Volkswagen Aktiengesellschaft und dieses Unternehmen - Volkswagen - hat im letzten Jahr den Inklusionspreis des Unternehmensforums gewonnen.


"Volkswagen investiert kontinuierlich in Barrierefreiheit. Neubauten werden generell barrierefrei errichtet, darunter auch rund 120 Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Handicaps in einem neu erbauten Logistikzentrum in Wolfsburg. Wo es erforderlich ist, werden Gebäude umgestaltet. So wurden barrierefreie Arbeitsplätze, Betriebsrestaurants und Waschräume geschaffen.", war da zu lesen.
Besonders gelobt wurde Volkswagen für eine Arbeitsgruppe Inklusion, die Inklusionsaktivitäten im Unternehmen koordiniert und weiterentwickelt.

Zusätzlicher Türgriff
Soviel zum Glanzpapier des Unternehmensforums.

In dem Artikel über das Praktikum des jungen Mannes im Audi-Zentrum Osnabrück (übrigens ein ganz neues Gebäude) liest sich das anders: Die Firma sei "noch nicht hundertprozentig auf Menschen mit Handicap eingestellt". Darunter würde ich verstehen, dass vielleicht ein leicht nutzbarer Türgriff fehlt, wie dieser hier: nach mehreren Verhandlungen mit dem Vermieter über Sinn, Machbarkeit und Denkmalschutz ist dieser zusätzliche Türgriff jetzt am Eingang zur Geschäftsstelle meines Arbeitgebers angebracht, um Menschen mit einem kleineren Aktionsradius oder weniger Kraft den selbständigen Ein- und Ausgang zu erleichtern.

Doch bei Audi meint man mit "noch nicht hundertprozentig barrierefrei" einen fehlenden Lift und einen fehlenden rollstuhlgerechten Parkplatz für Pkws. (Ich vermute mal, dass die Toilette dann auch fehlt.) - Wie auch immer: jedenfalls alles andere als preisverdächtig.

An diesem Wochenende werde ich mir mal die Arminius-Markthalle näher ansehen. Der Beirat von und für Menschen mit Behinderung, in dem ich mitarbeite, hat sich an die Bezirksverordneten Berlin-Mitte gewandt, um erneut auf die fehlende Barrierefreiheit der historischen Markthalle und gleichzeitig des Veranstaltungsortes hinzuweisen: noch immer hat die Markthalle keine barrierefreien Eingänge und keine rollstuhlgerechte Toilette. Seit 2010 hat der Betreiber mit einer "Revitalisierung" begonnen, so nennt er den Umbau der Markthalle hin zu einem "guten, dritten Ort" für Markt, Kunst, Kultur und Bürgerbeteiligung. Noch immer ohne Barrierefreiheit - das werden wir (hoffentlich) ändern: durch eine Begehung/Berollung und die anschließende Thematisierung im Ausschuss für Bürgerdienste.

Bürgerbeteiligung, Markt, Kunst, Kultur - all das erreicht Menschen nur, wenn die Angebote barrierefrei sind. Für mich ist das nicht preisverdächtig. Sondern selbstverständlich.


Montag, 14. April 2014

Aufgepasst! - Bei Inklusionskampagnen und Koalitionsverträgen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

In der vergangenen Woche ist die Aktion Mensch 50 geworden.

Vor allem Menschen mit Behinderung gratulierten nicht nur, sondern erinnerten sich an den langen Weg vom Sorgenkind zum Menschen. In der Chronik erfährt man dann auch, dass es mehrere Jahrzehnte brauchte, bis aus den Sorgenkindern Menschen wurden.

Und da ich ja gern auch mal hinter die Kulissen schaue, um zu sehen, ob da, wo Inklusion draufsteht, auch Inklusion drin ist, habe ich mir mal die Gremien der Aktion Mensch angeschaut: Kuratorium, Mitgliederversammlung, Aufsichtsrat. Mehrheitlich männlich. Und mehrheitlich ohne Behinderung.

Und bei den Mitarbeitern? Rollingplanet hat recherchiert, dass bei Aktion Mensch 14% der Mitarbeitenden schwerbehindert sind. Ob diese Zahl real ist, weiß ich nicht. Mir ist aber bei den Interviews zur Kampagne 2012 aufgefallen, dass der junge Mann, der für inklusive Wohngemeinschaften wirbt, noch bei den Eltern wohnt oder dass der junge Mann im Rollstuhl, der für Inklusion in Schule und Freizeit wirbt, in der Realität gar nicht oft einen Rollstuhl benutzt.

Also heißt es für uns alle weiterhin: aufpassen, wenn irgendwo Inklusion draufsteht.

Aufpassen war auch das Stichwort in der vergangenen Woche beim Thema Eingliederungshilfereform, d.h. bei den Leistungen, die Menschen erhalten, um am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu können. Dazu zählt auch die sogenannte Persönliche Assistenz, um den Alltag auch als sehr schwerbehinderter Mensch selbstbestimmt zu gestalten. Bisher sind alle diese Leistungen, zu denen auch Assistenz/ Pflege gehört, die über die Leistungen der Pflegeversicherung hinausgeht und für diese Personengruppe existenziell ist, einkommens- und vermögensabhängig, weil sie im ehemaligen Sozialhilfegesetz untergebracht sind.

Im Bundestag haben deshalb die Grünen eine Anfrage zur Einkommensanrechnung gestellt. Und Antworten erhalten, die mich fast sprachlos machen. Im Blogbeitrag "Arm durch Eingliederungshilfe" kann man das nochmal im Zusammenhang nachlesen.

Die Bundesregierung weiß - laut Antwort - z. B. nicht, in welcher Höhe sich die Eigenbeteiligung behinderter Menschen bewegt.

Das wundert mich, denn das Forum selbstbestimmter Assistenz hat ermittelt, dass der Verwaltungsakt des Einbehaltens des Einkommens mehr kostet als das einbehaltene Einkommen, um genau zu sein: 12.000.000€ angerechnetes Einkommen benötigt 500.000.000€ Verwaltungsaufwand. 488.000.000€ verschwendete Steuergelder pro Jahr.

Ein modernes Teilhaberecht entwickeln und "aus dem bisherigen Fürsorgesystem herausführen", das will die Bundesregierung in der jetzigen Legislaturperiode laut Koalitionsvertrag.

Was ich will? Aufpassen.

Sonntag, 6. April 2014

Von Selbstverständlichkeiten und Aprilscherzen

Erste Aprilwoche. Und damit auch des Aprilscherzes.

Kobinet, ein von mir oft gelesenes Online-Nachrichtenportal, veröffentlichte am 1. April 2 Meldungen: Eine Werkstatträtin (ein Werkstattrat ist ein Mitbestimmungsgremium der behinderten Beschäftigten in einer Werkstatt für behinderte Menschen WfbM) wird Leiterin einer WfbM, war die erste.

Ein Mann mit Lernschwierigkeiten wird hauptamtlicher Landesbehindertenbeauftragter Hessens, war die zweite.

Ich hätte mir beides vorstellen können, aber es waren beides  Aprilscherze. Sich etwas vorstellen können - andere Rollen, andere Stärken, verborgene Chancen und Möglichkeiten - damit hat Inklusion viel zu tun. Dass diese Aprilscherze bald keine mehr sein werden und sich immer mehr Menschen solche Chancen für behinderte Menschen vorstellen können, dafür schreibe ich auch dieses Blog.

Inklusion, Eingeschlossensein - das hat auch immer was mit Präsenz und Einbeziehung von Anfang an zu tun. Und dazu gab es in dieser Woche wieder ein Negativ-Beispiel

Am Freitag debattierte der Deutsche Bundestag zur Behindertenpolitik. Die Grünen und die Linken hatten zwei Anträge eingebracht - zur Anpassung der aktuellen Gesetzgebung im Behindertengleichstellungsgesetz an die Anforderungen der UN-Konvention sowie ein Sofortprogramm zur Barrierefreiheit. Das eine hätte zu mehr einklagbaren Rechten geführt und das anderen zu einer barriereärmeren Umwelt.

Ich sah mir die Debatte an und twitterte irgendwann:
Während mir behinderte Menschen und deren  Angehörige zustimmten, gab es interessanterweise von nichtbehinderten Menschen eine Lehrstunde über die Regeln des Parlaments

  • "Im Bundestag sprechen nur MdBs." 
  • "Rederecht gibt es nur in Anhörungen, nicht in Plenardebatten."
oder auch im Verallgemeinern und damit im Nicht-Ernst-Nehmen meines Kritikpunktes:

  • "Flüchtlinge werden auch nicht zur Asylpolitik im Bundestag befragt." 
  • "Wir müssen uns eben alle vertreten lassen."
Mir fiel dazu dieser Satz ein: "Wer Inklusion will, findet Wege. Wer nicht, Begründungen." Und der neueste Beitrag meiner Blogger-Kollegin Gudrun Kellermann, die sich beruflich mit Disability Studies beschäftigt.

Unterschiedliche Menschen auf Augenhöhe ernst nehmen - auch das gehört zur Inklusion. Für Prof. Theresia Degener, eine der Mitbegründerinnen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit  Behinderungen, ist Mitleid keine Tugend, sondern "Dominanzverhalten".




Das Nicht-Ernst-Nehmen und Wegwischen von Argumenten ebenso.

Und dann war da noch ein Satz in der Bundestagsdebatte, der zeigte, wie weit die behindertenpolitische Sprecherin Kerstin Tack von der Realität entfernt ist:

"Barrierefreiheit ist eine Selbstverständlichkeit.
Wir werden sie bei den weiteren Maßnahmen zur Städtebauförderung und anderem selbstverständlich realisieren."
In diesem Sinne wünsche ich - selbstverständlich und ernstgemeint - einen barrierefreien Sonntag!

Sonntag, 30. März 2014

Kuchen statt Krümel und Menschenrecht statt ein Stück mehr Menschlichkeit


Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Ereignis, an dem in dieser Woche niemand vorbei kam, der in der Inklusionspolitik unterwegs ist, war der 5. Jahrestag des Inkrafttretens des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, wie die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in der deutschen Übersetzung heißt.

Auf der Website des Bundesregierung wird dieses Ereignis auch mit folgenden Worten begangen: "Für alle Bereiche gilt: die Betroffenen sprechen mit."

Wirklich?

Schon bei der Übersetzung der Konvention galt dieser Satz nicht, denn zu der wurden die Verbände und Selbstvertretungen behinderter Menschen kaum einbezogen. Deshalb hat das Netzwerk Artikel 3 - Sie wissen schon, Grundgesetz Artikel 3 - eine Schattenübersetzung vorgelegt, die es bis heute nicht in den offiziellen Text geschafft hat.

Die Veranstaltung zum 5. Jahrestag der UN-BRK war eine geschlossene Veranstaltung. An einem Montag.

Sollte nicht eine Konvention, die Teilhabe als grundlegendes Menschenrecht ansieht, auch unter Beteiligung möglichst vieler diskutiert werden?

Nebenbei: Die Präsentation der Sprecherin der BRK-Allianz, einem Zusammenschluss von 80 Nicht-Regierungs-Organisationen zur Umsetzung und zur Bilanz der 5 Jahre UN-BRK in Deutschland, ist dennoch lesenswert.

Fehlende Beteiligung von Anfang an - das ist für mich ein Schlüssel für viele Dinge, die in der Inklusion schlecht laufen.

Bsp. Hamburg: Da wird ein Theaterstück aufgeführt "Ziemlich beste Freunde", ein Stück über einen Rollstuhlfahrer und seinen Assistenten und die Aufführung findet in einem Theater statt, das nicht rollstuhlgerecht ist. Christiane Link hat dazu einen lesenswerten Post geschrieben.

Bsp. Bayern: Da veröffentlicht die Bioethik-Kommission der Bayrischen Staatsregierung ein Positionspapier "Leben mit Behinderungen: Inklusion als Auftrag". Das dazugehörige Pressefoto sieht so aus. Fällt Ihnen was auf?

Bsp. Berlin: Als Berlin 2012 den European Access City Award für seine Barrierefreiheit gewann (und in Berlin derweil das geschah), sah das übrigens so aus. Fällt Ihnen auch hier was auf?

Und die dazugehörige Pressemitteillung titelt: "Berlin gewinnt Preis für ein Stück mehr Menschlichkeit in Berlin".

Und da bin ich bei meinem nächsten Punkt: Die Behindertenrechtskonvention ist kein Akt der Menschlichkeit, sondern ein Menschenrechtsdokument.


Es geht um einklagbare Rechte, um Rechtsschutz, um Gleichberechtigung und da hat Deutschland noch eine Menge zu tun, um das umzusetzen.

Um im Bild des Geburtstagskuchens zu bleiben:

Es geht um ein Stück vom Kuchen am großen Geburtstagstisch mit allen anderen zusammen.

Nicht um die Krümel am Katzentisch.




Montag, 24. März 2014

"Da fahrn nur ungarische Züge." Ist Barrierefreiheit europäisch?

Kürzlich besuchte ich eine Tagung zur Armutsprävention, in der es unter anderem auch darum ging, was dieses gesamtgesellschaftliche Thema mit Barrierefreiheit zu tun hat.

Blindenleitstreifen im Reisezentrum
Auf dem Heimweg noch schnell am Hauptbahnhof vorbei, um Tickets für die Bahnfahrt zu besorgen.

Im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs gibt es (jetzt) einen Blindenleitstreifen, der zu einem höhenverstellbaren Thresen führt. So weit so gut.

Dann folgende Konversation:

"Ich würde gern morgen von Berlin nach Dresden fahren."

"Das könnte Probleme geben."

Ich wollte doch nicht nach Grönland oder zum Amazonas und nicht mal aufs Land...sondern von einer deutschen Großstadt in die nächste?!

"Das können Sie nicht auf direktem Wege."

"Ich verstehe nicht?!"

"Auf der Strecke fahren ungarische und tschechische Züge."

Ich verstand noch immer Bahnhof.

"In denen kann kein Rollstuhlfahrer mitfahren, die Züge sind nicht so konzipiert."

In der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 wird "Zugänglichkeit" (ich würde ja Barrierefreiheit sagen) als erster Aktionsbereich genannt.

Wie kann es sein, dass Deutschland Züge aus Tschechien und Ungarn einsetzt, die diesem Maßstab nicht gerecht werden? Wann gibt es einheitliche Vorgaben zur Barrierefreiheit, die europaweit gelten?

Mit diesen europäischen Fragen wünsche ich eine gute Woche!

P.S. Ich bin dann mit 1x Umsteigen über Leipzig nach Dresden gefahren. Erst ne Panne, dann eine superkurze Umsteigephase am Leipziger Hauptbahnhof (Kopfbahnhof!) und dann war da noch ein Spiel von Dynamo Dresden gegen Greuther Fürth. Was für eine Bahnfahrt!

Dienstag, 11. März 2014

Fit für Inklusion in 1 Tag - kann man in einem Tag Umdenken lernen?

Vor ein paar Tagen habe ich per Facebook auf eine Nachricht hingewiesen - diese.

Darin geht es darum, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg für Inklusion geschult werden sollen. So weit, so gut.

Wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, sicherlich mitbekommen haben, beschäftigte ich mich seit Januar nun auch beruflich mit Inklusion und zwar mit inklusiver Stadtteilarbeit. Ich lese also täglich von inklusiven Diskos, Trommelworkshops, Selbstverteidigungskursen, Fachtagen zur Inklusion und manchmal sogar von inklusiven Wochen.

Eigentlich könnte man denken: überall findet Inklusion statt, oder?! Ja, das sind alles wichtige Veranstaltungen. Aber: Wieviel tragen sie wirklich zur gleichberechtigten Teilhabe bei? Zum Umdenken? Zu neuen Strukturen? Gegen Diskriminierung? Zur Teilhabe auf Augenhöhe von Anfang an?

Im oben erwähnten Artikel wird die Weiterbildung für Heilerziehungspfleger zum Thema "Inklusion" durchgeführt von der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg. Zur Liga der freien Wohlfahrtspflege gehören so große Träger wie Caritas, Diakonie oder DRK. Sie betreuen nach eigenen Angaben 55.000 alte Menschen in Altenwohn- und -pflegeheimen und 11.000 Menschen in Behinderteneinrichtungen. Bezeichnenderweise spricht dabei die Liga nicht von Menschen, sondern von "Plätzen", die bereit gehalten werden.

"Nichts über uns ohne uns" - so steht es auch im Koalitionsvertrag. Und wie ist es hier mit der Einbeziehung von Anfang an? Wurden z. B. die Mitarbeiter des Zentrums selbstbestimmt leben Stuttgart in die Fortbildungsvorbereitung einbezogen?

Die Fortbildung ist wahlweise ein- oder mehrtägig, war der Pressemitteilung zu entnehmen. In einem Tag kompetent in Inklusion? Ich hab da so meine Zweifel.

Und was lernen die Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen, die ja hier hauptsächlich geschult werden sollen, in ihrer regulären Ausbildung? Im aktuellen Faltblatt der Fachschule für Sozialwesen steht jedenfalls nichts von Selbstbestimmung, Menschenrechten, Teilhabe oder Inklusion.

Das wäre für mich eine echte Strukturveränderung, ein echter Paradigmenwechsel: die Anpassung der Berufsausbildungen und Studiengänge für alle, die mit und für behinderte Menschen arbeiten unter Einbeziehung derer, die sich schon jahrelang für Selbstbestimmung und die Umsetzung der Menschenrechte für behinderte Menschen engagieren.

So bleibt es das, was es ist - ein Fortbildungstag mit einem Schein zum Mitnehmen.

Schade.

Ich werde jetzt beim Veranstalter des Fachtags für Inklusion hier in Berlin anrufen. Auf der Einladung fehlten konkrete Angaben zur Barrierefreiheit.