Mittwoch, 27. Februar 2013

Danke! - Thank You!

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde, Bekannte, Kolleginnen und Kollegen, Mitstreiterinnen und Mitstreiter! 

Eigentlich wollte ich jedem und jeder einzeln danken für die Glückwünsche, die mich in den vergangenen Tagen erreichten - zum Geburtstag und zu meinem Listenplatz 4, aber ich krieg das nicht hin. 

Ich kann nur sagen: Danke! Für Freundschaften, Unterstützungsangebote (auch bei der Jobsuche), den Zuspruch, Ermutigung, das Miteinander. Ihr seid alle in meinem Kopf und in meinem Herzen!

Liebe Grüße und nochmal danke,

Ulrike

Update 17. März 2013: Am Wochenende bin ich leider mit nur einer Stimme zu wenig an der Direktkandidatur für Pankow vorbeigeschrammt. Schade, aber ich freue mich trotzdem und danke euch!

Und hier zum Nachhören meine Bewerberrede während der Aufstellungsversammlung der PIRATEN Berlin ab 04:34:50:

 

Und hier der Platz-4-Moment ab 8:44:50: 




Und hört mal bei 1:57:00 was über Inklusion ;)

Mittwoch, 20. Februar 2013

"Es ist immer der Brandschutz..."

Hier der Link zu "meinem" ersten Podcast zusammen mit Björn Glienke über verschiedene Facetten von Barrierefreiheit und Inklusion in Praxis und Politik:

http://klabautercast.de/2013/02/17/folge-110-barrierefreiheit-und-inklusion/

Hat wirklich Spaß gemacht!

Dienstag, 19. Februar 2013

Wählen und gewählt werden

Heute habe ich folgendes getwittert:


Und dazu kam es so: Um sich als Bundestagskandidatin wählen lassen zu können, braucht mensch eine "Bescheinigung der Wählbarkeit", d. h. den Nachweis, die deutsche Staatsbürgerschaft zu haben und über 18 zu sein. Für eine solche Bescheinigung ist das kommunale Wahlamt zuständig, meins befindet sich in einem Berliner Rathaus.

Bei solchem Wetter rufe ich lieber vorher am jeweiligen Ort an, um sicher zu gehen, dass ich mir den Weg nicht umsonst mache. Nach der (leider) üblichen Warteschleife und einer Telefonnummer, an die niemand ran geht, lande ich schließlich im Wahlamt.

Ich schildere mein Anliegen und erkläre auch, dass ich Rollstuhlnutzerin bin.

"Dann kommen Sie hier nicht rauf."
"?!"
"Wir sind im zweiten Stock."
"Aber wir kommen auch runter, wenn Sie vorher anrufen."

Bei dem Wetter?, denke ich mir.

"Gibt es noch eine andere Möglichkeit?"
"Sie könnten auch eine Vollmacht ausstellen, dass es jemand für Sie abholt."
"Sie meinen den unteren Teil des Formulars?"
"Woher haben Sie das Formular jetzt schon?"
"Runtergeladen, ausgedruckt und ausgefüllt."
"Kann es für Sie jemand vorbeibringen?"

So weit, so gut. Morgen wird meine Bescheinigung abgeholt und ich kann wählen und (hoffentlich) gewählt werden.

Im Nachhinein fällt mir ein, dass es an diesem Rathaus ein Schild für einen barrierefreien Zugang gibt - also muss es doch auch einen Aufzug geben?! Also rufe ich nochmals an und frage nach. Die Dame am Bürgertelefon antwortet, nachdem sie in ihren Unterlagen nachgeschaut hat: "Hier steht: der Aufzug ist bedingt barrierefrei." "Was soll das heißen? Ist es ein Paternoster?" "Das weiß ich auch nicht."

Dass "bedingt barrierefrei" keine gute Beschreibung ist, darüber habe ich schon mal gebloggt - hier. Und über nicht barrierefreie Polizeidienststellen steht hier etwas.

Dienstag, 5. Februar 2013

Treppensteigen, Würde und Unkündbarkeit

Wie die Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, interessiere ich mich für einen piratischen Arbeitsplatz im Bundestag und bin deshalb viel für Werbung in eigener Sache aktiv und unterwegs.

Dabei prüfe ich jedesmal vorher die baulichen Gegebenheiten und informiere Interessierte, die mich treffen wollen, auch über z. B. Entfernungen zum nächstgelegenen Bahnhof oder Haltestelle.

Gestern erreichte mich eine Einladung für eine mehrstündige Veranstaltung mit Anmeldeformular, die ich leider absagen musste, weil der Ort nicht barrierefrei ist: 25 Stufen, keine rollstuhlgerechte Toilette.

Dass dieser Ausschluss nicht böse gemeint war, weiß ich. Und Hilfsangebote, mich zu tragen, sind sicherlich auch gut gemeint. 

Ich will hier aber erklären, warum ich bei meiner Absage bleibe:
1. Eine mehrstündige Veranstaltung zu besuchen, ohne die Möglichkeit eines selbstständigen Toilettengangs - das geht nicht.
2. Diese Kandidatensendung ist eine wichtige mediale Chance, in der ich kompetent, teamfähig und des Amtes würdig erscheinen will. Sich tragen lassen zu müssen, hat nichts mit Würde und Gleichberechtigung zu tun. Es gibt nirgendwo ein Foto, wo unser derzeitiger Finanzminister in der Ausübung seines Amtes irgendwo hin getragen wird. Und das hat genau mit dieser Würde zu tun.

Für mich ist die Planung dieser Kandidatensendung ein weiterer Beweis, wie wichtig es ist, dass Menschen wie ich für Barrierefreiheit und eine inklusive Gesellschaft im Bundestag arbeiten - persönlich, authentisch und  auf allen Ebenen. Denn diese Begebenheit ist ja nur ein kleines Beispiel an Diskriminierungserfahrung, die mir in meinem Alltag, der ja (zum Glück ;) nicht nur aus Politik besteht, auch in vielen Formen und auf verschiedenen Ebenen begegnet.

Z. B. war ich heute zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, dass wegen fehlender Barrierefreiheit abgesagt wurde. Derjenige, der mir die Nachricht überbrachte, gab mir dann noch zu verstehen, dass das nicht der wahre Grund wäre, sondern Vorbehalte wegen meiner "Unkündbarkeit" (zu dieser Mär gibt es irgendwann einen anderen Blogbeitrag).

Und trotzdem gibt es Lösungen. Auch für diese Sendung: Ich werde einen eigenen Podcast machen, um für mich zu werben. Dazu gibt es schon Menschen, die mir angeboten haben, das umzusetzen. Und beruflich gab es Stellenhinweise heute via Twitter. Danke an alle dafür!

Und vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, die Sendung doch noch an einen anderen Platz zu verlegen, der auch die entsprechende Größe hat und zu finanzieren ist (mir fallen da spontan der Gemeindesaal in Moabit oder das Haus der Jugend in der Reinickendorfer Str. ein). 

So, jetzt bereite ich mich auf meine heutige Befragung im "Kinski" vor, konkrete Beispiele für meinen Einsatz im Bundestag habe ich ja genug! Und zum Schluss ein Zitat, dass ich auf der Seite der Aktion Mensch gefunden habe: