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Maßstab Mensch oder "Machen Sie doch den Luther!"

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Was für eine Woche!
Am Montag eine Fortbildung zur Internationalen Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit - kurz ICF. Wie ermittelt man Unterstützungsbedarf in einem bio-psycho-sozialen Modell von Behinderung? Zeitgemäßer wäre allerdings die Frage: Wie ermittelt man Unterstützungsbedarf in einem menschenrechtlichen Modell von Behinderung?

Am Dienstag dann ein Treffen mit der Agentur für Arbeit. Und das war ernüchternd. Mir ist der Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt wichtig. Dort werden die Weichen für ein inklusives Arbeitsleben gestellt. Oder auch nicht. Da ist der Fall eines gehörlosen jungen Mannes, den habe ich auf Twitter mal so skizziert:

https://twitter.com/teilhabebewegt/status/918801818343309312

 "Med. Gutachten der Arbeitsagentur fordert "Arbeitserprobung" in Einrichtung XY, die wiederum feststellt, dass eine Grundausbildung bei XY das Beste sei - das alles bei zugesagtem betrieblichen Ausbildungsplatz. #findedenfehler"…

Wie inklusiv ist all inclusive?

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Wenn ich Kindern das sperrige Wort Inklusion erklären will, benutze ich manchmal das Beispiel einer Pauschalreise - "all inclusive". Aber jetzt bin ich da um eine Erfahrung reicher.




Zunächst: Pauschalreisen sehen nur in der Werbung einfach zu buchen aus. Es gibt nirgendwo ein Kreuz, dass man machen kann, weil man einen Rollstuhl nutzt (das geht beim Kino übrigens auch nicht) und so ist es nie mit drei Klicks getan, sondern erfordert noch mindestens einen zusätzlichen Anruf beim Hotel wegen des (fast) barrierefreien Zimmers, bei der Fluglinie wegen der Assistenz beim Ein- und Aussteigen und beim Reiseveranstalter wegen des Transfers zum Hotel.

Aber von vorn:

Die eine Pauschalreise war eine ganz spontane über Silvester nach Tunesien und hatte ganz private Gründe und die zweite - nicht mehr ganz so spontane und auch ins nördlichste Land Afrikas - eigentlich auch. Und weil "spontan" und Rollstuhl zwei Dinge sind, die nicht so recht zusammenpassen wollen, hörte ich dann…

Lokführer und Lametta

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Das Thema Lokführer, Triebfahrzeugführer heißen sie ganz korrekt, scheint mich nicht loszulassen.

Vor ein paar Tagen morgens beim Einsteigen in die S-Bahn meine Konversation mit dem Lokführer der Ringbahn (Berlinerinnen und Berliner wissen, das ist die, wo man morgens um 8 mehr Körperkontakt hat als einem lieb ist.):

"Können Sie mir bitte reinhelfen?"
"Nö. Fragen Se die Aufsicht."
"?!" Dieser Fahrer schien die eigenen Serviceregelungen der BVG nicht zu kennen.
"Ist außerdem eh zu voll, sehn Se ja."

Ich wende mich also an die Aufsicht und die Minuten meines Arbeitsweges verstreichen. (Meine Bahn war inzwischen auch weg.) Die Mitarbeiterin setzt nun zu einem Vortrag an, bei dem sie mir erklärt, wann die Aufsicht fürs Rampeanlegen zuständig sei und wann der Triebfahrzeugführer. Inzwischen kommt die nächste Bahn, ich lasse die Aufsicht mit ihrem Vortrag allein und bitte einen Fahrgast, mir per Hand zu helfen.

Am Nachmittag hatte ich dann noch einen …

Wer hat hier was zu sagen? Von rampenlosen Bühnen und beinlosen Lokführern

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Liebe Leserinnen und Leser, es gibt im Moment vieles, über das ich schreiben könnte - 2 Anekdoten habe ich ausgewählt:

1) In dieser Woche war ich zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der es um Inklusion und Partizipation und gute Schule ging. Thematisch gut vorbereitet - von Kinderrechten über Partizipationsprojekte bis zu Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte.

So weit, so gut.

Veranstaltungsort: der Festsaal in einer großen Einrichtung der Behindertenhilfe am Rande der Stadt.

Gleich beim Ankommen sehe ich eine Rampe aufs Podium - ca. 35% Steigung. Außer mir war auch noch eine Lehrerin eingeladen, die Rollstuhlfahrerin ist. Von ihr erfuhr ich, dass die Rampe erst während der Veranstaltung angebracht wurde, nachdem sie darauf bestand.

Perspektivwechsel

BUGA, Bahn, Betriebsausflug...

Eigentlich sollten Betriebsausflüge ja Spaß machen... Aber von vorn:

Am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen, habe ich bei einem Fachtag einen Vortrag zum Thema "Was ist die Behinderten-Rechts-Konvention?" in Leichter Sprache gehalten. Das - und das ist jetzt die ganz, ganz kurze Fassung der Geschichte - war einer der Gründe dafür, weshalb ich heute, d. h. seit dem 01. Juli 2015, Referentin für das Referat Menschen mit Behinderungen beim Paritätischen Landesverband Berlin bin. Die erste Referentin mit Behinderung seit 65 Jahren - auch das wäre einen eigenen Blogpost wert.

Und in der letzten Woche war der erste Betriebsausflug geplant - zur Bundesgartenschau BUGA nach Brandenburg/Havel. Wir trafen uns am Bahnhof Charlottenburg, um gemeinsam mit der Regionalbahn nach Brandenburg an der Havel zu fahren.

Weil ich ja weiß, dass beim Reisen nicht immer alles klappt, habe ich vorher nochmal auf die Webseite der BUGA geschaut und da liest man dann…

Etikettenschwindel oder Ich mag keine Inklusionspreise.

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Am letzten Wochenende war ich Teilnehmerin einer Podiumsdiskussion auf der INKLUSIVE2015. Und mein letzter Satz war:
@Mareicares Meins war: "Für die Zukunft wünsche ich mir, dass überall da, wo Inklusion draufsteht, auch wirklich Inklusion drin ist." — Ulrike Pohl (@sunmoonstars97) 31. Mai 2015 Nach einem Beispiel für einen solchen Etikettenschwindel muss ich nicht lange suchen:

Das Land Berlin vergibt seit 2003 einen Inklusionspreis für Betriebe, die schwerbehinderte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigen. In diesem Jahr ist das wieder so.

Bis vor ein paar Jahren hieß der Preis noch Integrationspreis. Dass ein bloßer Namensaustausch noch lange nicht automatisch wirklich gleichberechtigtes Miteinander bedeutet, kann man ganz gut an diesem Preis erkennen.
Schon in der Überschrift der Ausschreibung spricht der Senat von Berlin von “behindertenfreundlichen” Unternehmen, die gesucht werden. Inklusion meint aber nicht Freundlichkeit, sondern Gleichberechtigung.

Noch weniger …